Ackerbau

 

BODEN
BODENPHYSIK, -CHEMIE, -BIOLOGIE & BODENLEBEN

Kreislauf der lebendigen Substanz:
Alle Lebewesen arbeiten füreinander. Ein jedes bereitet dem nachfolgenden gewissermaßen die wichtigste, nämlich die lebendige Nahrung.
(H.-P. Rusch)

Der Boden ist Lebensträger der Erde.
Die Muttererde ist ein biologischer Organismus von Pflanzen, Mikroorganismen und niederen Tieren. Wie bei jedem Organismus greifen die einzelnen biologischen, physikalischen und chemischen Vorgänge ineinander und sind untrennbar miteinander verbunden.

BODENPHYSIK

Der physikalisch gute Boden bietet Wohn- und Arbeitsräume für alle Bodentiere und Pflanzenwurzeln mit ausreichend Bewegungsfreiheit und Luft zum Atmen.

Der bewusste Einsatz von leichten Maschinen mit Achslasten unter 5 to und weniger als 0,8 bar Luftdruck vermeidet Bodenverdichtungen.

Durch intensive Durchwurzelung mit einer Mischung aus Flaschwurzlern, Mitteltief- und Tiefwurzlern wird der Boden durch die Pflanzenwurzeln lebendig verbaut.

Die gezielte Förderung der Regenwürmer bewirkt, dass uns auch diese mit ihrer grabenden Tätigkeit helfen, den Boden zu lockern.

BODENCHEMIE

Die Pflanzenernährung wird über einen hochaktiven lebendigen Boden sichergestellt. Das bedeutet, wir ernähren nicht die Pflanzen, sondern füttern das Bodenleben.

Die Ernährung des Organismus Pflanze-Boden erfolgt also, indem die Pflanze durch die Photosynthese das Bodenleben über die Wurzeln mit Kohlehydraten, Eiwei?aber auch mit tausenden Mineral- und Wirkstoffen versorgt. Die Pflanze verwendet nur 5% der Photosyntheseleistung zum Aufbau von Spross und Wurzel. 95% dienen zur Ernährung des Bodenlebens.

Die Bodentiere stellen den Pflanzen im Gegenzug Nährstoffe wie Enzyme, Fermente, Hormone und auch natürliche Antiboitika zur Verfügung, so dass die Pflanzen diese als vollwertige Ernährung über die Wurzeln aufnehmen können.

Der hochaktive Organismus Boden-Pflanze ist in der Lage, über biologische Transmutation fehlende chemische Elemente selbst herzustellen. Der Ausgleich von Mineralstoffen und Spurenelementen kann auch mit Steinmehl ergänzt werden.

BODENBIOLOGIE

Eine Hand voll Muttererde enthält Milliarden verschiedener Bakterien.

Die Unzahl von Kleinstlebewesen im Mutterboden leben in einer sich im Gleichgewicht haltenden Gemeinschaft. Sie stellen für Pflanzen, Tiere und Menschen z.B. Enzyme, Fermente, Huminstoffe und natürliche Antibiotika zur Verfügung, um die natürliche Gesundheit und Vitalität wiederherzustellen. Im Gegenzug ernähren sie Pflanzen, Tiere und Menschen mit ihren Ausscheidungen im Boden.

Die lebendige Brücke zwischen Boden und Pflanze wird durch den Ablauf von Bodennahrung, Garebildung, Rhizosphäre, Pflanze gewährleistet.

ANSPRÜCHE DES BODENLEBENS

Der Regenwurm ist im Sommer von Anfang Juli bis Ende August aufgrund der Sommertrockenheit im Sommerschlaf.
Er verkriecht sich dabei in tiefere Bodenschichten und ringelt sich in ca. 20 cm Tiefe ein.
Ab Ende August, wenn der Boden wieder feuchter ist und die Temperaturen wieder zurückgehen, wird er wieder aktiv.
Im Herbst – Winter, wenn der Boden nicht gefroren ist, kann er bis zu 80 dt Ernterückstände / ha, die auf der Bodenoberfläche lagern, aufnehmen.
Diese mischt er mit Erde, die er sich aus bis zu 1 m Tiefe holt, und verwandelt das Gemisch in fruchtbaren Wurmhumus, den er auf der Bodenoberfläche ablegt.
Er ist damit in der Lage den Kreislauf im Boden zu schließen, z.B. bei der Verlagerung von Kalk, den er von unten mit der Erde wieder nach oben holt.

LEISTUNGEN DES BODENLEBENS

Im Wurzelbereich befinden sich besonders viele Bakterien, die in Zusammenarbeit mit den Wurzeln Humus bilden. Die Tiere des Bodens festigen den Boden indem sie die Bodenkrümel verkleben und verkitten. Diese „Lebendverbauung führt zu einer Bodengare.
Die organischen Massen in der Rotteschicht werden durch die Gemeinschaftsarbeit von Pilzen, Mikroorganismen und Bodentieren bis zur Zelle abgebaut und umgewandelt. Voraussetzung für die Abbautätigkeit ist ein vielseitiges Futter für die Bodentiere durch ausreichende organische (Grün)-Düngung.
Sie stellen den Pflanzen, Tieren und Menschen z.B. Enzyme, Fermente, Huminstoffe und natürliche Antibiotika zur Verfügung, und stellen somit die natürliche Gesundheit und Vitalität wieder her. Der Regenwurm gräbt 2 m tiefe Röhren, holt Mineralboden und verlagert Nährstoffe und Kalk nach oben. Er mischt den Boden mit abgestorbenen Pflanzenresten von der Oberfläche und erzeugt fruchtbaren Wurmhumus. Er stellt damit den Nährstoffkreislauf im Boden wieder her. Die Regenwurmröhren und der Humus verbessern entscheidend die Wasserinfilteration und das Wasserspeichervermögen. Selbst bei starken Regengüssen von über 50 mm pro m² in kurzer Zeit wird die Erosions- und Überschwemmungsgefahr drastisch reduziert. Den Pflanzen wird über die Regenwurmröhren die Durchwurzelung des Bodens erleichtert. Der Regenwurm trägt zur Lockerung des Bodens bei. Damit ist er der wichtigste Helfer bei der Verringerung der mechanischen Bodenlockerung. Außerdem kommt durch das Graben der Röhren Luft in den Boden. Knöllchenbakterien, die in Symbiose mit den Wurzeln von Leguminosen leben, binden Stickstoff aus der Luft und stellen diesen den Pflanzen zur Verfügung.

BODENBEDECKUNG

Da wir im Ackerbau die natürliche Pflanzendecke zerstören, Monokulturen anbauen und den Boden verdichten, entstehen für die Unkräuter vielfältige Aufgaben. Sie sollen den Boden möglichst schnell vor Austrocknung, Licht und Erosion wieder schützen. Sie sorgen für stetigen Nachschub an organischer Substanz als Nahrung für das Bodenleben. Die Monokultur wird durch vielfältige Pflanzenarten aufgehoben. Bodenverdichtungen können durch eine intensive Durchwurzelung beseitigt werden.

Damit wird deutlich, dass die ganzjährige natürliche Bodenbedeckung wichtig ist und die Unkräuter uns helfen können, die natürliche Fruchtbarkeit wiederherzustellen. Im Ackerbau müssen wir mit Hilfe unserer Fruchtfolge, Mischkultur, Untersaaten und Zwischenfrüchten versuchen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

BODENSCHICHTEN

Der Boden: Die Muttererde besteht aus verschiedenen Schichten.

Die Rotteschicht liegt wie ein Schutzmantel über der Humusschicht. Die organischen Massen werden durch die Gemeinschaftsarbeit von Pilzen, Mikroorganismen und Bodentieren bis zur Zelle abgebaut und umgewandelt. Voraussetzung für die Abbautätigkeit ist das vielseitige Futter für die Bodentiere durch ausreichende organische (Grün)-Düngung. Die natürliche Bodendecke dient außerdem als Erosionsschutz, Schutz vor Licht und Austrocknung und für die Luftzufuhr.
In der Humusschicht sind Bodenflora und Bodenfauna in vollem Einsatz bei der Produktion von Dauerhumus. Die Pflanzen haben hier ihren Hauptwurzelraum.
Über der Verwitterungsschicht befindet sich die Mineralschicht, die durch Verwitterung und Mikroorganismen aufgeschlossen wird. Durch Wasser und Regenwürmer werden diese Minerale transportiert. Für die Pflanze ist dies auch der Standwurzelraum.
Festes Gestein bildet die unterste Schicht, die sich in der Verwitterungsschicht auflöst.
Da die natürlichen Bodenschichten unterschiedliche Aufgaben und Ansprüche haben, ist es eine Grundvoraussetzung, diese zu erhalten.

PFLANZE

FRUCHTFOLGE, MASCHINEN & DÜNGUNG

Im Ackerbau versuchen wir den Ansprüchen von Boden und Bodenleben gerecht zu werden und haben darauf die Bewirtschaftung abgestimmt.

FRUCHTFOLGE

Durch den Versuch der Abstimmung der Fruchtfolge und der Bodenbearbeitung auf die Bedürfnisse des Bodenlebens und der Pflanzen, ergeben sich viele Vorteile.

Mit Hilfe einer 7-gliedrigen Fruchtfolge, ausgewähltem Mischfruchtanbau und Untersaaten, wird eine ganzjährige natürliche Bodenbedeckung angestrebt. Dies schützt den Boden vor Austrocknung, Licht und Erosion und sorgt für stetigen Nachschub an organischer Substanz als Nahrung für das Bodenleben, wodurch der Regenwurmbesatz ständig steigt inzwischen ist er bei rund 300 Regenwürmer/m² mit 300 g Bio­masse/m²

Mit einer Mischung aus Flach-, Mitteltief- und Tiefwurzlern in der gesamten Fruchtfolge, wird eine möglichst 100 %ige Durchwurzelung des Bodenraums erreicht, weshalb auf eine Bodenlockerung verzichtet werden kann.

Die Zusammensetzung der Klee-Gras-Kräuter-Mischung richtet sich nach den Ansprüchen des Bodens, den Vorlieben des Bodenlebens und der Tiere im Stall. Die artenreiche Mischung besteht aus tiefwurzelnden Leguminosen zur N-Bindung, schmackhaften Gewürz- und Heilpflanzen und wertvollen Futtergräsern.

MASCHINEN

Die Konsequenz aus dem Umgang mit den Ansprüchen von Boden, Bodenleben und Pflanzen war eine Reduzierung der Bodenbearbeitung 1984 auf pfluglos und schließlich zur Minimalbodenbearbeitung, die wir seit 1994 betreiben. Die Technik muss einen schonenden Umgang mit Boden, Bodentieren und Pflanzen gewährleisten. Das bedeutet den Erhalt der natürlichen Bodenschichten und das Reduzieren der Eingriffe in den Boden.

Der Umbruch der Klee-Gras-Kräuter-Mischung erfolgt mit der Fräse, bzw einer Kreiselegge mit horizontalen Messern auf ca. 6 cm Tiefe im umsetzungsarmen Winter, wenn möglich bei gefrorenem Boden, um Bodenschäden zu vermeiden und das Bodenleben nicht zu stören.

Der Energie- und Maschineneinsatz ist stark zurückgegangen. Inzwischen konnten wir den 95 PS Schlepper durch einen 72 PS Schlepper ersetzen. Damit hat sich auch der Bodendruck weiter reduziert.

Die Vermeidung der Bodenverdichtung ist der beste Hochwasserschutz, weil die Böden dann mehr Wasser aufnehmen können. Darum setzten wir nur noch leichte Maschinen ein um keine irreparablen Schäden zu verursachenein. Max. 5 t pro Achse und einem Luftdruck von max. 0,8 bar.

DÜNGUNG

Die Pflanzenernährung entwickelt sich durch die Düngung mit Kompost in Verbindung mit der Mischkultur zu einer harmonischen, vollwertigen Ernährung und vor allem durch den Verzicht auf Bodenlockerung zu leistungsfähigen, gesunden Pflanzen. Mit der intensiven Durchwurzelung des Bodens, einer Mischung aus Flach-, Mitteltief- und Tiefwurzlern, sind die Pflanzen in der Lage auch aus Tiefen bis zu 4m mit Hilfe ihrer Wurzelsäuren Mineral- und Spurennährstoffe zu lösen und über die Wurzeln in den Spross der Pflanze zu befördern und sie damit nutzbar zu machen.

Mit der gezielten Aufbereitung des Festmistes durch Kompostierung, wo zum Festmist gehäckselter Strauchschnitt, Basaltgesteinsmehl und Holzkohle aus der Holzgasanlage, gemischt werden, entsteht ein Substrat mit folgenden Vorteilen für die Ernährung des Organismus Bodenpflanze. Durch das weite C-N Verhältnis durch den Strauchschnitt, Basaltmehl und Holzkohle wird N organisch gebunden; es entstehen praktisch keine N-Verluste während der Kompostierung und Ausbringung. Mit den Zuschlagstoffen versuche ich, den Nettoexport an Mineral- und Spurennährstoffen auszugleichen. Die Ausbringungsmenge und damit die Bodenbelastung reduzieren sich durch die Kompostierung um die Hälfte. Es werden sämtliche Unkrautsamen und Krankheitserreger durch die Kompostierung zuverlässig abgetötet. Während der Kompostierung werden sämtliche Stoffe gebildet, die in einem lebendigen Boden vorhanden sind; beispielsweise natürliches Penicillin in einer Menge, so dass es während des zweiten Weltkrieges aus dem Kompost für die Humanmedizin gewonnen wurde. Für mich ist Kompost kein Dünger im herkömmlichen Sinne, sondern Sauerteig für den Boden, der dazu beitragen soll, dass der Organismus Boden-Pflanze wieder lebendig wird.